
| Warum bist du so uneinsichtig? | |
![]() ![]() | 16.07.2007 22:25:14 | 0 Kommentare | 369 Hits | melden! Du, du machst dir Gedanken. Um dein Leben, unentwegt, dann und wann um das, was dich umgibt, das, was sein wird, wenn du sterben wirst. Du weißt, du wirst sterben. Du bist nicht grob gestrickt, du bist feinfühlig und selbst, wenn du an dir zweifelst, du kennst deine Stärken. Du zählst dich zu den Menschen, die sich feinfühlig-intelligent nennen würden. Du lachst Menschen, die versteinerte Prinzipien haben, aus. Die Bibel, ihre Grundfesten, wahnwitzig und nicht praktikabel. Die andere Wange hinhalten, gelacht! Ich! Ich bin überlegen, ich wehre mich, denn ich kann. Vergebung? Kommt doch ganz darauf an, nicht? Hat jemand mich verletzt, meine Ehre getroffen, mich behandelt, als wäre ich egal? Ich werte und bewerte, gefällt mir deine Haltung nicht, nun, dann vergebe ich dir nicht. Selbst, wenn es mir Schmerzen bereitet, dir nicht zu vergeben, ich habe meine Werte (plötzlich!) und diese bleiben bestehen (man staune!) - um jeden Preis! Und wenn du der Preis bist, ich vergebe dir nicht. Ich radiere dich Bleistiftstrich von meinem Lebenspapier. Leider muss ich etwas fester drücken, denn deine Spuren haben sich tief in meine Hülle gedrückt. Ich verknicke, denn wie ich es auch anstelle, ich halte dem Druck des Radiergummis nicht stand - ich bin doch nicht für so eine Behandlung gedacht! Mein Papier ist wieder rein. Du bist verschwunden. Allerdings wird mich niemand wieder dazu verwenden, einen schönen Brief zu schreiben, geschweigedenn mich einzurahmen - ich bin einfach zu gezeichnet, zu benutzt, meine ursprüngliche Schönheit ist nicht mehr. Versteh mich nicht falsch, ich lebe noch und meine Pflicht erfülle ich weiterhin! Ich bin bereit, beschrieben zu werden. Doch wer es auch versucht, hier und da ist Vorsicht gefragt. Alte Dellen und Knicke, verursacht durch das Ausradieren, schwinden nicht. Beachtest du sie nicht, rutscht dir der Stift aus, du gibst mir die Schuld für dein misslungenes Werk und zerknüllst mich, schmeißt mich weg. Es kümmert mich nicht. Zumindest sage ich es dir nicht. Du hast dir das nächste Papier schon gegriffen. Ich könnte dir einfach vergeben, ich könnte mir vergeben. Das ist jedoch nicht einfach. Ich rede mir ein, "Das entwickelt sich schon wieder. Kein Grund, überhastet zu reagieren.". Bis der Tag mich erreicht, der mir zeigen wird, dass ein Esel ist, wer wartet. Du kennst die Optionen, du kennst die möglichen Resultate - warum zögerst du? Wo ist deine starke Persönlichkeit? Ich sehe sie nicht, also untersteh dich, sie jemals wieder zu erwähnen. Es kam der Moment, den ich gefürchtet habe. Du legst deinen Stift nieder. Keine Möglichkeit, deine ausradierten Linien nachzuziehen. Keine Möglichkeit, neue Linien zu prägen. Ich bin rein und du bist nicht, womit ich genauso wenig bin. |
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