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2007 07

Warum bist du so uneinsichtig?




16.07.2007 22:25:14 | 0 Kommentare | 370 Hits | melden!
 

Du, du machst dir Gedanken. Um dein Leben, unentwegt, dann und wann um das, was dich umgibt, das, was sein wird, wenn du sterben wirst. Du weißt, du wirst sterben. Du bist nicht grob gestrickt, du bist feinfühlig und selbst, wenn du an dir zweifelst, du kennst deine Stärken. Du zählst dich zu den Menschen, die sich feinfühlig-intelligent nennen würden. Du lachst Menschen, die versteinerte Prinzipien haben, aus. Die Bibel, ihre Grundfesten, wahnwitzig und nicht praktikabel. Die andere Wange hinhalten, gelacht! Ich! Ich bin überlegen, ich wehre mich, denn ich kann. Vergebung? Kommt doch ganz darauf an, nicht? Hat jemand mich verletzt, meine Ehre getroffen, mich behandelt, als wäre ich egal? Ich werte und bewerte, gefällt mir deine Haltung nicht, nun, dann vergebe ich dir nicht. Selbst, wenn es mir Schmerzen bereitet, dir nicht zu vergeben, ich habe meine Werte (plötzlich!) und diese bleiben bestehen (man staune!) - um jeden Preis! Und wenn du der Preis bist, ich vergebe dir nicht.

Ich radiere dich Bleistiftstrich von meinem Lebenspapier. Leider muss ich etwas fester drücken, denn deine Spuren haben sich tief in meine Hülle gedrückt. Ich verknicke, denn wie ich es auch anstelle, ich halte dem Druck des Radiergummis nicht stand - ich bin doch nicht für so eine Behandlung gedacht!

Mein Papier ist wieder rein. Du bist verschwunden. Allerdings wird mich niemand wieder dazu verwenden, einen schönen Brief zu schreiben, geschweigedenn mich einzurahmen - ich bin einfach zu gezeichnet, zu benutzt, meine ursprüngliche Schönheit ist nicht mehr. Versteh mich nicht falsch, ich lebe noch und meine Pflicht erfülle ich weiterhin! Ich bin bereit, beschrieben zu werden. Doch wer es auch versucht, hier und da ist Vorsicht gefragt. Alte Dellen und Knicke, verursacht durch das Ausradieren, schwinden nicht. Beachtest du sie nicht, rutscht dir der Stift aus, du gibst mir die Schuld für dein misslungenes Werk und zerknüllst mich, schmeißt mich weg. Es kümmert mich nicht. Zumindest sage ich es dir nicht. Du hast dir das nächste Papier schon gegriffen.

Ich könnte dir einfach vergeben, ich könnte mir vergeben. Das ist jedoch nicht einfach. Ich rede mir ein, "Das entwickelt sich schon wieder. Kein Grund, überhastet zu reagieren.".

Bis der Tag mich erreicht, der mir zeigen wird, dass ein Esel ist, wer wartet. Du kennst die Optionen, du kennst die möglichen Resultate - warum zögerst du? Wo ist deine starke Persönlichkeit? Ich sehe sie nicht, also untersteh dich, sie jemals wieder zu erwähnen.

Es kam der Moment, den ich gefürchtet habe. Du legst deinen Stift nieder. Keine Möglichkeit, deine ausradierten Linien nachzuziehen. Keine Möglichkeit, neue Linien zu prägen. Ich bin rein und du bist nicht, womit ich genauso wenig bin.

 


2006 09

Urin am Montagabend.




13.09.2006 23:29:19 | 1 Kommentare | 331 Hits | melden!
 

Montagabend, 22:51 Uhr. Also kein Grund, schlechte Laune zu haben.

Wie in meinen zahlreichen Blogeinträgen, die diesem hier vorraus gingen (es handelt sich dabei um exakt einen), dachte ich auch jetzt und hier an, blöde Uhrzeit-Tageszeit-Spielchen zu veranstalten. Das gestaltete sich jedoch etwas schwieriger als erwartet, da ich mein Pulver schon verschossen habe und somit nicht einen einzigen Spruch parat habe.

Kommen wir also zu einem Thema, welches mich beschäftigt. Und ich meine damit keinen unbedeutenden Konfliktim letzten Hinterland dieser Erde, ich spreche von einem Schuh. Genau genommen sind es ja zwei, das ändert aber an der gegebenen Situation nicht viel.Nichts, um ehrlich zu sein. Im Rahmen meiner Messgenauigkeit wurden nämlich beide als Klosteine benutzt."Was?!", denkt ihr euch jetzt sicher, "stinkt die Toilette dieses Mannes so abscheulich, dass er einen stinkenden Schuh einem Klostein vorzieht?"Ich kann nur sagen: Ja. Der Schuh gehört mir aber glücklicherweise nicht, somit bleibt die Toilettenbeschreibung auf ewig an dem armen Wesen haften, welches ihn (und den anderen auch noch, zu allem Überfluss!) besitzt.

Eine recht konfuse Angelegenheit. Chronologisch möchte ich sie euch aber trotzdem verständlich schildern.Vor 14 Tagen, es war also ebenfalls ein Montag, ließ ein Freund von mir seine Treterchen in einer Umkleidekabine stehen.Die Umkleidekabine gehört zu einem Fussballverein, den man sicher nicht in Betracht ziehen würde, wenn der Sohnemann irgendwann einmal Lust auf Fussball bekommen sollte und sich irgendwo anmelden möchte. Als wir nach einer Woche zurückkehrten und er seine Schuhe wieder in Empfang nehmen konnte, sahen sie toll aus.Sie sahen eigentlich genau so mies aus, wie vorher, aber sie sahen nicht mieser aus, und das ist schon ein Grund, sich zu freuen.Ich freute mich natürlich mit ihm, indem ich die Dinger über den Zaun auf den noch abgeschlossenen Fussballplatz warf. Auf die 5 Minuten, bis der Platzwart das Tor aufschließt, komme es nun auch nicht mehr an. Der Platzwart sollte an diesem Tag nicht mehr erscheinen. Auf die 24 Stunden komme es nun auch nicht mehr an, tröstete ich ihn.

Schlussendlich verließ ich das Gelände und begab mich zur Arbeit. Ein bisschen Smalltalk beim umziehen.. ja, komme gerade direkt vom Fussballplatz hier her,blabla.. ach, ihr habt da auch gespielt? Sonntag? Und, wie war es so?Es muss schrecklich gewesen sein. Mein Arbeitskollege, locker 15 Jahre älter als ich (er spielt in einer Herrenmannschaft, Mitte 30), erzählte mir vom Spiel.Und von all den schrecklichen Gegebenheiten, dem miesen Schiri.. ich schaltete auf Durchzug. Bis er dann irgendwann beschrieb, was sie nach dem Spiel taten.Sie hatten wohl eine tierische Wut auf den Heimverein und haben eine ganze Menge Unsinn veranstaltet. Unter anderem haben sie "in irgendwelche Schuhe gepinkelt, die da auf 'nem Schrank vom Platzwart standen."Ihr könnt es euch fast denken. Ja, es ist wirklich so ekelhaft, wie ihr es euch ausmalt. Und ich erst! Hatte die Teile auch noch in der Hand. Ekelhaft.

Nett wie ich bin, schrieb ich den Besitzer der Schuhe im MSN an und erklärte ihm kurz den Sachverhalt.Seine Antwort:"[20:49:28] Felix: so jona ich erklär dir jetz ma wat zum thema urin".Er driftete dann etwas ab und holte sehr weit aus (so wie ich es mag!) .. es fielen Sätze wie.."[20:52:07] Felix: und selbst wenn, die wahrscheinlichkeit das einer von den 3 minderbemittelten minderwertigen scheißKindern stinkende pisse hatte is irgendwo schon sehr hoch" und andere Aussprüche dieser Art.Er bestand darauf, dass seine Schuhe "wie frisch aus dem Schuhgeschäft" riechen würden. Ich machte ihn darauf aufmerksam, dass sie vielleicht nach einem Geschäft riechen, aber sicher nach keinem, welches Schuhe verkauft.

Nun haben wir ein ernsthaftes Problem. Aus Wrack will er seine Schuhe nicht waschen. Er glaubt kein Wort und tut meine Quelle als nicht zuverlässig ab.Das ist aber zu 100% nicht der Fall.Ansätze, um diesen Fall zu lösen, habe ich bereits ausgearbeitet. Ein Urinindikator wäre spitze, allerdings habe ich keine Ahnung, ob es so einen Unfug gibt.Glauben wird er es jedenfalls nicht. Bitte, bitte helft mir. Ich habe Angst. Berechtigte, wie ich finde. Gegen Urinlatschen habe ich kein probates Mittel..

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Sorry, jede Art von Formatierung geht hier irgendwie verloren.. 

 


2006 08

Es ist 2:14 Uhr, es ist Samstag und ich bin ein Esel.




06.08.2006 03:00:39 | 2 Kommentare | 357 Hits | melden!
 

Eigentlich bin ich kein Esel. Das ändert natürlich nichts an der Tatsache, dass es Samstagnacht und bereits 2:16 Uhr ist (wie die Zeit vergeht!).

Vielmehr möchte ich euch, damit seid ihr gemeint, mitteilen, was mich jetzt, es ist etwa 2:17 Uhr, beschäftigt. Auffällig ist übrigens, dass ich niemanden kenne, der das Wort "beschäftigt" jemals in einem positiven Zusammenhang hat fallen lassen. Beschäftigt mich etwas, so geht es mir, sofern ich nichts anderes behaupte, schwer auf den Wecker.

Obwohl ich grade also überhaupt garnichts mache, bin ich also ein vielbeschäftigter Mann. Man muss sich doch nur mal umsehen, liebe Leute, an diesen typischen Sonntagmorgenden, um 2:22 Uhr, eine tückische Uhrzeit, wenn man abergläubig ist, ich bin übrigens nicht abergläubig.

Fangen wir doch mal an aufzuzählen, was mich momentan beschäftigt.Vor einiger Zeit habe ich beispielsweise ein Loch in meine Decke gebohrt, um ein Netzwerkkabel durch den Kaminschacht unseres Eigenheims (der sich auf dem Dachboden befindet) in den Keller zu verfrachten. Das Loch ist selbstredend unsagbar häßlich, so häßlich, dass ich nichtmal ein Foto davon machen möchte. Es ist ertragbar, wenn man die blaue Neonröhre, die in der Nähe hängt, anschaltet. Das mache ich aber eigentlich nie, außerdem muss ich streng genommen einfach nicht hinsehen.

Nichtsdestotrotz, das Bohren hat ganz schön gekrümelt. Ich habe zwar einiges versucht, um die Staubentwicklung einzudämmen (meinen Vater bohren lassen, ein Handtuch ausgebreitet), aber es hat nicht sollen sein. Es gab zahlreiche Gründe für das Versagen. Das Handtuch z.B. habe ich überhaupt nicht ausgebreitet, ich hätte es aber getan, wenn ich nicht so naiv gewesen wäre und geglaubt hätte, dass da "so viel Dreck schon nicht" entsteht.Das waren sie auch schon alle.Mit den Nachwirkungen habe ich noch heute zu kämpfen. Vorhin, es muss zwischen 2:00 Uhr und 2:13 Uhr gewesen sein, wollte ich einige Lieder auf meinen MP3-Player, ein wunderbarer Sony NW-A 1000 in violett (habe ich zwar in der Metro gekauft, das soll es aber in dieser Richtung schon gewesen sein), überspielen. Dafür benutze ich ein Kabel, welches im Einschlaggebiet des Staubes liegt. Liegen sollte, es lag noch höher, noch näher am Dreck. Geistesgegenwärtig pustete ich es also in Richtung Monitor ab, der Dreck verabschiedete sich somit in die Untiefen meiner Tastatur. Ich wollte nun den Stecker, zugegeben ein rechtfiligranes Teilchen, in den Player stecken.

Irgendwer wollte das aber nicht. Es knarzte kurz,das Bild auf dem Player war weg (oh Schreck!) und der Stecker fiel mir entgegen, als ob ermir mitteilen wollte, dass er jetzt auch keinen Bock mehr hat.Der Player zeigt seitdem einen Error an, einen Error der so schwerwiegend sein muss,dass es ihn garnicht gibt. Die Zahl ist nämlich nicht entzifferbar. Es ist entweder eine 7 odereine 4782, es kann aber auch irgendeine Zahl dazwischen sein, oder ein Koalabär,aber dafür wäre das Display dann doch zu schwach.

Sowas passiert mir eigentlich nie. Ich bin an für sich, oder anfürsich, wie der Kölner sagen würde, ein ordnungsliebender Mensch. Es gibt doch nichts schöneres,als in sein Zimmer zu kommen, alles schön aufgeräumt vorzufinden, das Bett ist gemacht,die Regale glänzen und man findet partout seine Sonnenbrille nicht, weil es Mami war,die für den neuen Glanz zuständig ist. Immerhin habe ich das Zimmer gestellt und kannversichern, dass es meiner Mutter Spaß gemacht hat.

Damit nicht genug, die Kassiererin im Kaisers hat heute meine Rasierklingen(Gilette Sensor Excel, ganz miese Dinger, aber schön teuer) nicht gefunden. Vielleicht sollte man mal überdenken, diese, momentan doch recht sperrigen Kartons,die die paar Klingen beinhalten, nicht direkt neben den eigenen Stuhl zu stellen. Da befinden sich dann nämlich bloß 12 verschiedene Sorten für 16 verschiedeneRasierer drin, da verliert man schon nicht den Überblick. Da sie aber äußerst süß war, konnte ich ihr nochmal vergeben (wäre sie eine mießgelaunte Schnepfe hinseits der 50 gewesen, hätte sie den Sachverhaltnatürlich geplant und absichtlich herbeigeführt) und bin bei meinembilligen Deospray und einer Flasche Vittel geblieben. Ich hatte mir natürlich ihre Kasseausgesucht, da ich, klingenbedingt, von einem zu bezahlenden Preis jenseits der 5€ ausging,und man dann gefragt wird, ob man nicht ein Herz dazu möchte (irgendwelche Paybackteile).Natürlich hatte ich einige anrüchige Sprüche parat, musste aber dann nur 4,71€ bezahlen.Es kann auch mehr gewesen sein, aber nicht allzu viel.

Soviel beschäftigt mich momentan, es ist 2:51 Uhr (es ist schon fast wieder Montag), nun doch nicht. Vielleicht sollte ich das zum Anlass nehmen, diesen Roman zu beenden und mich sinnvolleren Tätigkeiten zuzuwenden, etwa ein Referat aufsetzen! Oder eine Fremdsprache zu erlernen! Aufräumen! Mittagsreste aus Töpfen in der Küche kratzen!

Es gab nämlich Chili.

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Sorry, was die Formatierung angeht, da wurden eine Menge Wörter zusammengeschoben..

 
























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Urin am Montagabend.
Es ist 2:14 Uhr, es ist Samstag und ich bin ein Esel.

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